Track 2: Integrierte Systeme in der Industrie

Seit einigen Jahren ist eine gesellschaftliche Rückbesinnung auf die Bedeutung der Realwirtschaft deutlich zu verspüren. Viele Volkswirtschaften, die sich vom verarbeitenden Gewerbe mehr oder weniger verabschiedet haben, stecken noch immer in tiefen Krisen. Gerade in Deutschland hat sich gezeigt, welche Vorteile mit einer gut ausgebauten industriellen Basis einhergehen. Eine solche Basis, will sie global erfolgreich sein, muss sich jedoch stets ihre Wettbewerbsfähigkeit auf höchstem Niveau erhalten, sei es durch die Einzigartigkeit ihrer Produkte, die Effizienz ihrer Fertigung oder die Komplementarität ihrer Leistungen. Informationstechnologie spielt in diesem Kontext nach wie vor eine entscheidende Rolle.

Zum einen stehen im Fokus des Tracks die bereits tief integrierten klassischen betriebswirtschaftlichen Anwendungssysteme (ERP, PPS, SCM, CRM, SRM), die aus leistungsfähigen Industrieunternehmen kaum mehr wegzudenken sind, die aber nach wie vor noch eine engere Verzahnung mit den Systemen in der Fertigung (z.B. MES) benötigen und sich auch in ihrer Integrationsfähigkeit nach außen - zur Unterstützung der Zusammenarbeit in Wertschöpfungsnetzwerken - weiter verbessern müssen. Auch die Integration neuer Konzepte in diese Systeme wie Event Handling, In Memory Computing oder Master Data Management bietet erfolgversprechende Potenziale und schafft gleichzeitig neue Herausforderungen. Zudem zeigt sich zunehmend, dass die Anforderung an solche Systeme und ihre Einführungsprozesse aus der Perspektive der vielen kleinen und mittelgroßen Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes andere sind als aus Sicht industrieller Großunternehmen. Neue Bereitstellungsmodelle wie Software-as-a-Service mögen hier gute Ansatzpunkte bieten, sind aber in verschiedenster Hinsicht, z.B. was die Kombination mit lokal betriebenen Systemen angeht, noch nicht weitgehend genug untersucht.

Zum anderen sind es außergewöhnliche Funktionalitäten oder Einzelkomponenten, die einzigartige Lösungen mit industriellem Branchenbezug bestimmen und sich heute dank moderner Integrationsarchitekturen gut in eine Anwendungslandschaft integrieren lassen. Von Interesse sind auch solche Komponenten, die durch Einbettung in industriell gefertigte Produkte diesen einen besonderen Mehrwert verleihen.

Schließlich stehen im Fokus des Tracks auch diejenigen Konzepte, die durch Verzahnung von IT mit realweltlichen Gegenständen, Verteilung und Echtzeitsteuerung den Weg zu so genannten cyber-physikalischen Systemen vorbereiten.

Neben Beiträgen, die Systeme mit industriellem Branchen- oder Produktbezug und ihnen zugrundliegende Konzepte behandeln, sind in diesem Track auch Arbeiten erwünscht, die sich mit Fragestellungen ihrer Entwicklung, Individualisierung, Einführung, Akzeptanz, Diffusion und ihrem Erfolg beschäftigen. Exemplarische Schwerpunkte sind folgende Themen:

Themen

  • Unternehmensanwendungen (ERP, SCM, CRM, SRM)

  • Zukunft von ERP-Systemen (z.B. Agilität, Architektur, Betriebs- und Geschäftsmodelle)

  • Prozess-zentrische Entwicklung von ERP-Systemen (BPM, MDSD)

  • Produktionswirtschaftliche und fertigungsnahe Systeme (PPS, MES, Event-Handling-Systeme), Digitale Fabrik

  • Integration von E-Business- und E-Commerce-Anwendungen in Backend-Business-Software

  • Zwischenbetriebliche Informationssysteme und IS in Wertschöpfungsnetzwerken (B2B-Integration, IOS)

  • Informationssysteme in der Produktentwicklung und entlang des Produktlebenszyklus (PLM)

  • Anwendungen in Fertigungsindustrien (Automotive, Chemie/Pharma, Maschinenbau u.a.)

  • IT in kleinen und mittleren Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes

  • IT in industriell gefertigten Produkten (Embedded Systems, Smarte Produkte)

  • Internet der Dinge, Cyber-physikalische Systeme (CPS)

Track Chairs

Prof. Dr. Petra Schubert, Universität Koblenz-Landau, Deutschland
Prof. Dr. Susanne Strahringer, Technische Universität Dresden, Deutschland

Programmkomitee

PD Dr. Peter Fettke, Universität des Saarlandes, Deutschland
Prof. Dr. Andreas Fink, Helmut-Schmidt-Universität, Universität der Bundeswehr Hamburg, Deutschland
Prof. Dr. -Ing. Norbert Gronau, Universität Potsdam, Deutschland
Prof. Dr. Wolfgang Maass, Universität des Saarlandes, Deutschland
Prof. Dr. Jorge Marx Gómez, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Deutschland
Prof. Dr. Uwe Kubach, SAP Research, Deutschland
Prof. Dr. Uwe Leimstoll,
Fachhochschule Nordwestschweiz, Schweiz
Prof. Dr. Boris Otto
, Universität St. Gallen, Schweiz
Prof. Dr. Matthias Schumann, Georg-August-Universität Göttingen, Deutschland
Prof. Dr. Oliver Thomas, Universität Osnabrück, Deutschland
Prof. Dr. Klaus Turowski, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Deutschland
Prof. Dr. Stefan Voß, Universität Hamburg, Deutschland
PD Dr. Axel Winkelmann, Universität Münster, Deutschland